Unser Feind: Die Verbindlichkeit.

von Tino Mangner

Lesedauer: 5 Minuten


Wall Street Straßenschild für Verbindlichkeit

Was könnte als Drittes beim Cashflow noch kommen, nachdem wir wissen, dass jede Finanzierung mit einem positiven Cashflow beginnt und mit negativem Cashflow endet und es bei einer Investition genau umgekehrt ist?

 

Kurz gesagt: Dass der Cashflow über die gesamte Zeitperiode hinweg negativ ist. Vom Anfang bis zum Ende. 

Ihr denkt vielleicht: „Warum sollte man sich auf sowas einlassen?! Das ist doch schlecht!“ Nun, Ihr werdet sehen, dass Ihr Euch vermutlich schon darauf eingelassen habt...


Der Begriff der Verbindlichkeit ist für die Vermehrung unseres Geldes ebenfalls enorm wichtig. Denn jede Verbindlichkeit zieht uns das Geld aus der Tasche. Jede Verbindlichkeit entfernt uns weiter von unserem Ziel, ein Vermögen aufzubauen.

Anm.: Im folgende Beispiel wird aus Gründen der Verständlichkeit auf anfallende Zinsen verzichtet.

Ein Beispiel für eine Verbindlichkeit ist der Kauf und Besitz eines eigenen Autos. Gehen wir davon aus, dass Ihr Euer altes Auto verkauft, danach Ersparnisse von 5.000 EUR besitzt und diese als Anzahlung für das neue Auto verwendet. Da das neue Auto jedoch 20.000 EUR kostet, fehlen Euch 15.000 EUR. Doch kein Problem! Ein Kredit/Darlehen für diese 15.000 EUR mit 5 Jahren Laufzeit ist einfach und schnell beantragt. Im Kreditvertrag ist festgelegt, dass Ihr die 15.000 EUR über 4 Jahre mit 2.000 EUR pro Jahr zurückzahlt. Im 5. und letzten Jahr ist die Rate für gewöhnlich höher. So auch in diesem Fall. Diese höhere Rate nennt sich Schlussrate und beträgt für Euch 7.000 EUR. Euer Auto ermöglicht Euch zwar Mobilität, generiert jedoch keine Einnahmen. Ergo sind die zu zahlenden Raten (=Ausgaben) immer größer als die Einnahmen. Es kann gar kein positiver Cashflow entstehen. Es gibt nur folgenden, negativen Cashflow:

Blaues Auto für Verbindlichkeit

Quelle:
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Verbindlichkeiten Autokredit

Abb. 1: Beispiellhafte Auflistung von Ausgaben beim Kauf eines eigenen Autos.
Quelle: Eigene Abbildung.

Doch es gibt noch weitere Ausgaben. Ausgaben in Form der laufenden Kosten für die KFZ-Versicherung, die Steuern, regelmäßige Inspektionen, Benzin, … von bspw. durchschnittlich 2.200 EUR pro Jahr. Erst jetzt wird das volle Ausmaß Eures Autos als Verbindlichkeit deutlich:

Verbindlichkeiten Gesamtkosten eines Autos

Abb. 2: Beispielhafte Auflistung aller Ausgaben für ein eigenes Auto.
Quelle: Eigene Abbildung.

Das o. g. Beispiel steht stellvertretend für das mögliche Ausmaß einer Verbindlichkeit. Es gibt, gemessen am negativen Cashflow, sowohl größere als auch kleinere Verbindlichkeiten. Doch das Schema einer Verbindlichkeit ist immer dasselbe: Es werden KEINE Einnahmen generiert und es fließt niemals Geld zu Euch. Es werden NUR Ausgaben generiert und das Geld fließt immer von Euch weg.

Glühlampe für Verbindlichkeit

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Eine Verbindlichkeit:

  • Generiert niemals einen positiven Cashflow.
  • Generiert immer einen negativen Cashflow. Vom Anfang bis zum Ende.

Ziel: Wenige, kleine Verbindlichkeiten.


Jetzt seid Ihr dran!

Schnappt Euch erneut das Blatt Papier bzw. die Excel-Datei vom letzten Mal, erstellt eine neue Tabelle und listet Eure aktuellen Verbindlichkeiten auf. Versucht wirklich so viel wie möglich aufzulisten, egal wie groß oder klein diese Posten sind. Angefangen bei Eurer Wohnungsmiete über Euren Mobilfunkvertrag, Eure Stromkosten, Eure KFZ-Versicherung bis hin zum Kauf von Lebensmitteln. Listet alles auf, was im Sinne der o. g. Definition eine Verbindlichkeit darstellt und Euch nur einen negativen Cashflow beschert. Da sich dabei sehr viele einzelne Posten ergeben werden, könnt Ihr diese für eine bessere Übersicht clustern. Anbei ein Beispiel.

Anm.: Solltet Ihr bei einigen Posten wie Lebensmitteln oder Shopping keinen monatlich gleichbleibenden Wert ermitteln können, so nehmt einen realistischen Durchschnittswert. Eure Schätzungen könnt Ihr später anpassen. Es geht vorerst darum, ein Gefühl für Eure monatlichen Ausgaben zu entwickeln und diese übersichtlich aufzulisten.

Auflistung monatlicher Ausgaben

Abb. 3: Auflistung monatlicher Ausgaben.
Quelle: Eigene Abbildung.


– Im nächsten Artikel wird sich alles zusammenfügen und Sinn ergeben. Nutzt die Zwischenzeit, um Eure 3 Auflistungen zu ergänzen und Eure geschätzten Werte mit der Realität abzugleichen.

Bis zum nächsten Mal!
Euer Tino

Nur für Euch.

Wenn Ihr Euer finanzielles Bewusstsein erweitern und über den Tellerrand schauen möchtet, dann empfehle ich Euch neben dem einsteigerfreundlichen Buch Rich Dad Poor Dad* von Robert T. Kiyosaki auch sein zugehöriges Brettspiel Cashflow*. Nicht gerade billig, aber toll um es mit Gleichgesinnten zu spielen und die Theorie spielerisch zu verinnerlichen. Alternativ könnt Ihr auch nach sogenannten Cashflow-Gruppen in Eurer Nähe Ausschau halten. Dort könnt Ihr das Brettspiel kostenlos oder gegen einen geringen Obolus spielen und zugleich einen tollen Abend mit Gleichgesinnten verbringen.