• Tino Mangner

No risk, no fun?! – Bestimme Dein Risikoprofil.

Aktualisiert: 10. März 2019

Jede Rendite kommt mit einem Risiko. Je höher die zu erwartende Rendite, desto höher das damit verbundene Risiko. Daher ist es essentiell, sowohl die eigene Wunsch-Rendite als auch das eigene Risikoprofil, konkret: die eigene »Risikotragfähigkeit« und »Risikobereitschaft«, zu bestimmen. Die eigene Wunsch-Rendite ist tendenziell schnell bestimmt: so viel wie möglich. Doch zu entscheiden, ob man das dafür notwendige Risiko eingehen kann und auch eingehen möchte, ist nicht so trivial.

Doch genau hierbei unterstützt Euch dieser Artikel!

Die Risikotragfähigkeit.

Unsere zu erwartende Rendite wird grundsätzlich von unserer eigenen »Risikotragfähigkeit« und unserer eigenen »Risikobereitschaft« bestimmt.

Die »Risikotragfähigkeit« lässt sich objektiv bestimmen und bezeichnet den maximal möglichen Verlust, ohne den eigenen Fortbestand/Lebensstandard zu gefährden. Daraus folgt, dass wir immer nur das Geld für eine Investition nutzen sollten, welches wir weder heute noch in Zukunft zum (Über-)Leben brauchen.

Glücklicherweise wissen wir aufgrund unseres Haushaltsplans schon genau, wie viel Geld wir jeden Monat einnehmen, wie viel wir davon zum (Über-)Leben brauchen und wie viel davon übrigbleibt. Zudem haben wir durch unser 4-Kontensystem sichergestellt, dass dieses monatlich verbleibende Geld erst dann komplett für Investitionen genutzt wird, wenn wir unser Sicherheitskonto aufgefüllt haben. Denn erst danach überweisen wir einen Geldbetrag auf unser Investitionskonto. Damit befindet sich auf unserem Investitionskonto immer genau der Geldbetrag, den wir vollständig verlieren könnten, ohne dass sich dies auf unser (Über-)Leben auswirken würde. Dieser Geldbetrag entspricht daher unserer aktuellen Risikotragfähigkeit.

Die Risikobereitschaft.

Das heißt natürlich nicht, dass wir auch bereit sind diesen Betrag zu verlieren. Wie viel wir tatsächlich bereit sind zu verlieren, lässt sich subjektiv bestimmen und wird als »Risikobereitschaft« bezeichnet. Es beschreibt die nervlich-emotionale Bereitschaft und tatsächliche Fähigkeit, einen verlustbedingten Stress auszuhalten (vgl. »Souverän investieren mit Indexfonds & ETFs«* von Gerd Kommer, S. 323). Oder anders ausgedrückt: »Bei welchem finanziellen Verlust könnt ihr abends noch gut schlafen?« – Denn wir alle wissen: Ein guter Schlaf ist wichtig!

Die Risikoklassen.

Die Risikobereitschaft wird dabei häufig in Risikoklassen unterteilt und eine Person einer dieser Risikoklassen zugeordnet. Die Anzahl und die Bezeichnungen dieser Risikoklassen können variieren, doch unabhängig davon, gibt immer jede dieser Klassen den Rahmen für den maximal zu erwartendem Verlust vor. Dadurch soll vermieden werden, dass in Finanzprodukte investiert wird, bei denen die Höhe des zu erwartetenden Verlustes, den für die Person aushaltbaren Stress übersteigt. Nachfolgend findet ihr eine beispielhafte Auflistung dieser Risikoklassen, basierend auf der Unterteilung der Deutschen Vermögensberatungs AG und meiner eigenen prozentualen Zuordnung der risikobehafteten und risikoarmen Anteile.

Abb. 1: Die Risikoklassen. (Quelle: Eigene Abbildung nach der Deutschen Vermögensberatungs AG und eigener Einschätzung der prozentualen Anteile.)

Ein »risikobehafteter« Anteil von »0-10 %« bedeutet, dass die Person zur Erzielung einer Rendite bereit ist, »0-10 %« ihres gesamten Kapitals zu verlieren. Selbstverständlich bedeutet es nicht, dass dieser Verlust wirklich eintritt und die Person »0-10 %« ihres gesamten Kapitals verliert. Doch wenn sich der Verlust in diese Richtung bewegt, dann wird diese Person damit umgehen können. – Und keinerlei Schlafprobleme haben.

Der verbleibende Anteil ist der »risikoarme« Anteil und bedeutet, dass das restliche Kapital, hier »90-100 %«, keinem/kaum einem Risiko ausgesetzt wird. Der zu erwartende Verlust dieses Anteils ist daher verschwindend gering. Die zu erwartende Rendite allerdings auch.

Die eigene Risikoklasse.

Um ein Gefühl für eure eigene Risikoklasse zu bekommen, findet ihr im Folgenden zwei Fragen, basierend auf einer in der Aktienwelt gängigen Faustformel und der Finanzanalyse der Deutschen Vermögensberatungs AG, inklusive Auswertung.

Deine berechnete Punktzahl entspricht dem risikobehafteten Anteil deines Portfolios in Prozent (%). Entsprechend dieses risikobehafteten Anteils und der weiter oben dargestellten Auflistung aller Risikoklassen, kannst du dich nun selbst einer dieser Klassen zuordnen.

Anm.: Solltet ihr in einem gemeinsamen Finanz-Haushalt leben, so gilt für euren Haushalt stets die niedrigste, ermittelte Risikoklasse.

Fazit.

Jetzt kennt ihr euer aktuelles Risikoprofil und damit wisst ihr, welches Risiko ihr eingehen könnt und welches Risiko ihr tatsächlich maximal eingehen solltet. Daraus könnt ihr direkt ableiten, ob ihr besser mehr in risikobehaftete oder besser mehr in risikoarme Finanzprodukte investieren solltet. Wenn ihr euch von nun an danach richtet, dann klappt’s auch mit dem guten Schlaf.

Im nächsten Artikel werden wir uns mit den Auswirkungen auf die Rendite und das Risiko befassen, wenn wir einzelne – und an sich ungeeignete – Finanzprodukte miteinander kombinieren.

– See you there :)


24 Ansichten

Perfekt für Neulinge.

Das Buch »Rich Dad, Poor Dad«* von Robert T. Kiyosaki wird euren Blick auf das Geld verändern, weil es Kiyosakis Werdegang vom finanziell ungebildeten, armen Kind hin zum finanziell gebildeten, reichen Mann beschreibt. Dieser Werdegang wurde dabei vor allem durch seinen leiblichen Vater und dem Vater eines Freundes geprägt. Beide Väter waren gebildet, doch unterschieden sich so deutlich in ihrer Denk- und Handlungsweise, dass einer von ihnen zu Reichtum gelangen und der andere in Armut enden sollte. Seine daraus gezogenen Lehren beschreibt er leicht verständlich in diesem Bestseller.

Unsere aktuellen Buchempfehlungen:
Investieren-Ist-In

...ist der Do-It-Yourself Blog, auf dem sich alles um die Themen finanzielle Absicherung und Vermögensaufbau für Privatpersonen dreht.

Folge uns auf:
  • Facebook Social Icon

Download Center   |   Impressum   |   Datenschutz  

© 2018-2019 by Investieren-Ist-In.de. All Rights Reserved. Bitte fragt um Erlaubnis, bevor ihr die hier dargestellten Inhalte verwendet.

Hinweis: Diese Seite enthält mit einem »*« gekennzeichnete Partnerlinks. Beim Kauf über einen solchen Link erhalten wir eine kleine Provision ohne das ihr dadurch mehr bezahlen müsst. Wir empfehlen grundsätzlich nur Produkte, die wir selbst getestet und für gut befunden haben.

This site was designed with the
.com
website builder. Create your website today.
Start Now