• Tino Mangner

Mit individueller Struktur zum eigenen Vermögen – das 4-Kontensystem, Part II.

Aktualisiert: 10. März 2019

Nachdem es im vorherigen Artikel über das 4-Kontensystem hauptsächlich um den grundlegenden Aufbau mittels verschiedener Bankkonten und deren Einzelfunktionen ging, beschäftigen wir uns jetzt näher mit den Personalisierungsmöglichkeiten. Damit könnt ihr das System an eure eigenen Voraussetzungen, Bedürfnisse und Ziele anpassen und so automatisiert genau das Geld anhäufen, was ihr benötigt!

Eure Fragen. Meine Antworten.

Bevor wir jedoch mit der Personalisierung des Systems beginnen, widme ich mich euren Fragen und Anmerkungen. Denn ich habe von euch Feedback zu Part I des 4-Kontensystems bekommen ... und das freut mich total! Dadurch kann ich noch besser auf euch eingehen und euch mit meinen Artikeln noch mehr Informationen bieten. Also vielen Dank dafür und sprecht mich gerne weiter an :)

Vermehrt habt ihr mir mitgeteilt, dass das Ziel des 4-Kontensystems bisher nicht ersichtlich wurde. Anders ausgedrückt: »Wieso wird ein solch komplexes System mit mehreren Konten überhaupt benötigt? Reicht nicht ein einziges Konto?«

Im Grunde: »Ja. Ein Konto reicht aus, solange ihr den Überblick über alle Geldströme und eure Ziele behaltet.« Für mich ist es allerdings komfortabler und besser überschaubar, wenn ich einer festgelegten und durch die Daueraufträge automatisierten Kontenstruktur folge. Denn dort besitzt jedes Konto seine eigene Aufgabe und bildet mein Leben sowie meine finanziellen Ziele nahezu 1:1 ab. Zusätzlich nutze ich den Komfort, dass ich mich nach der Einrichtung kaum mehr darum kümmern muss und ich ohne mein zutun mein Geld immer weiter anhäufe.

Denn …

  1. Haben wir zwangsläufig fixe und variable Ausgaben, weil wir leben und das Leben genießen wollen. Dafür muss das nötige Geld fristgerecht verfügbar sein. Um die Einhaltung dieses lebenswichtigen Ziels zu gewährleisten, haben wir die dazu notwendigen Geldbeträge auf das Einnahmen-Fixkonto und das Konsumkonto verteilt.

  2. Wollen wir auch in finanziell schwierigen Zeiten auf nichts verzichten. Dies gelingt nur mit einer angemessen und jederzeit verfügbaren Geldrücklage als Sicherheit. Und Sicherheit schaffen wir uns kontinuierlich und jederzeit einsehbar durch die Rücklagenbildung auf dem Sicherheitskonto.

  3. Wollen wir zukünftig vermutlich sogar noch besser leben und uns noch mehr gönnen als heute. Auf jeden Fall wollen wir aber unseren bisher erreichten Lebensstandard im Rentenalter beibehalten. Dies gelingt durch Investitionen zum nachhaltigen Vermögensaufbau. Das dafür notwendige Geld sammeln wir kontinuierlich und jederzeit einsehbar auf dem Investitionskonto.

Durch dieses Kontensystem und der Daueraufträge, verfolgen wir all diese Ziele jeden Tag ganz nebenbei. Wir müssen nicht jeden Tag aktiv werden und benötigen auch keine außergewöhnliche Disziplin. Trotzdem wissen wir jeden Tag ganz genau, ob wir uns auf dem richtigen Weg befinden oder ob eines unserer (lebenswichtigen) Ziele in Gefahr ist. Mit dem 4-Kontensystem ist der Erfolg vorprogrammiert!

Die Personalisierung.

Das Einnahmen-Fixkonto ist die zentrale Einheit, quasi das Gehirn im 4-Kontensystem. Von hier aus werden eure Einnahmen auf alle anderen Konten verteilt und eure Ziele schrittweise umgesetzt. Bei dieser Verteilung ist es enorm wichtig, dass ihr euer Geld schon zu Beginn eines jeden Monats bzw. sofort nach Erhalt eurer Einnahmen verteilt. Nicht nur das notwendige Geld für das Konsumkonto, sondern insbesondere auch das Geld für das Sicherheits- und Investitionskonto. Sonst ist am Monatsende kein Geld mehr zum Sparen und Investieren übrig. Dann habt ihr alles und jeden bezahlt, nur nicht euch selbst. Denkt also immer daran:

»Bezahlt Euch selbst zuerst. Jeden Monat!«

Auf dem Sicherheitskonto empfehle ich euch mindestens 2-6 Netto-Monatsgehälter anzusparen. Stets abhängig eurer Pläne und eures Sicherheitsbedürfnisses. Dieses angesparte Geld ermöglicht euch nicht nur die Zahlung von außerplanmäßigen, aber zwingend notwendigen Anschaffungen, sondern es ermöglicht euch auch die Fortsetzung eures aktuellen Lebensstandards, falls ihr euren Job verliert. Durch das angesparte Geld könnt ihr die Durststrecke solange überbrücken, bis ihr neue Arbeit gefunden habt oder Arbeitslosengeld erhaltet und dadurch wieder Geld zum Leben bekommt.

Da das Investitionskonto dem Aufbau eures zukünftigen Vermögens und nicht eurer aktuellen Absicherung dient, ist es weniger wichtig als das Sicherheitskonto. Es ist zwar wichtig freies Geld für Investitionen zu haben, jedoch entscheidet ihr selbst, ob ihr beide Ziele parallel verfolgen und euren Free Cashflow auf beide Konten aufteilen wollt – so wie im vorherigen Artikel beschrieben – oder ob ihr euch zu aller Erst um eure aktuelle Absicherung kümmert. Im 2. Fall empfehle ich euch solange jeden Monat mindestens 10 % eurer Einnahmen auf das Sicherheitskonto zu überweisen, bis Ihr die 2-6 Netto-Monatsgehälter angespart habt. Danach nehmt ihr diese 10 % und überweist diese von nun an jeden Monat auf das Invesitionskonto.

Zusätzlich könnt ihr jederzeit weitere (Unter-)Konten hinzufügen, damit ihr auch für planmäßig größere Ausgaben wie Urlaube, einer längeren Auszeit vom Job oder ein neues Auto, immer automatisiert und eindeutig zuordenbare Rücklagen bilden könnt.

Quick-Tipp: Zum Beschleunigen könnt ihr zusätzlich mindestens 50% aller Einmalzahlungen, Boni, ... auf das Sicherheitskonto überweisen. Damit seid ihr finanziell noch schneller abgesichert und könnt euch für die verbleibenden 50% der Einmalzahlung trotzdem etwas als Belohnung gönnen. Dasselbe Prinzip könnt ihr auch zum beschleunigten Füllen eures Investitions-, Urlaubskontos und weiteren Konten anwenden.

Nur für Euch.

Jetzt kennt ihr die Idee und die Hintergründe zum 4-Kontensystem und seid in der Lage selbst über eure Vorgehensweise zu entscheiden. Klar ist Sicherheit wichtig und klar sind gewisse Strukturen zur Zielerreichung sinnvoll, doch es ist euer Geld und euer Leben. Macht das, was euch Spaß macht, aber macht es bewusst! Als kleine Hilfe findet ihr anbei die Übersicht des 4-Kontensystems zum Abspeichern. Ausdrucken. Aktiv werden.

Abb. 1: Detaillierte Übersicht des 4-Kontensystems zum Ausdrucken. (Quelle: Eigene Abbildung.)

Mehr über »vermögensbildende« Denkweisen?

Dann empfehle ich euch dieses Buch! Denn eine ähnliche Denk- und Vorgehensweise wird auch von Bodo Schäfer im Buch »Der Weg zur finanziellen Freiheit«* beschrieben. Das Buch ist super für Neulinge geeignet, da es sich zu Beginn vor allem mit dem eigenen Bewusstsein und der eigenen Einstellung zu Geld beschäftigt. Darauf aufbauend werden in der 2. Hälfte konkrete Maßnahmen zum Vermögensaufbau beschrieben.


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Perfekt für Neulinge.

Das Buch »Rich Dad, Poor Dad«* von Robert T. Kiyosaki wird euren Blick auf das Geld verändern, weil es Kiyosakis Werdegang vom finanziell ungebildeten, armen Kind hin zum finanziell gebildeten, reichen Mann beschreibt. Dieser Werdegang wurde dabei vor allem durch seinen leiblichen Vater und dem Vater eines Freundes geprägt. Beide Väter waren gebildet, doch unterschieden sich so deutlich in ihrer Denk- und Handlungsweise, dass einer von ihnen zu Reichtum gelangen und der andere in Armut enden sollte. Seine daraus gezogenen Lehren beschreibt er leicht verständlich in diesem Bestseller.

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Investieren-Ist-In

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