• Tino Mangner

Der Kampf des Jahrhunderts – Cashflow vs. Cashflow.

Aktualisiert: 4. Apr 2019

Zu Beginn ist es enorm wichtig, den Begriff des »Cashflows« und seine Bedeutung zu verstehen. Denn damit macht ihr den ersten Schritt hin zu einer besseren Zukunft. Einer Zukunft, in der ihr finanziell besser dastehen werdet als heute! – Glücklicherweise klingt der Begriff anspruchsvoller als er tatsächlich ist :)

Der Geldfluss.

Der Begriff »Cashflow (CF)« lässt sich mit Geldfluss übersetzen und bezeichnet das Ergebnis aller Einnahmen abzüglich aller Ausgaben innerhalb eines festgelegten Zeitraums. Das Verfahren des Gegenüberstellens aller Einnahmen und aller Ausgaben wird Saldieren genannt. Der festgelegte Zeitraum als (Zeit-)Periode bezeichnet.

Abb. 1: Einnahmen und Ausgaben für einen Monat. (Quelle: Eigene Abbildung.)

Im Folgenden ein Beispiel für einen Cashflow (s. auch Abb. 1):

Monatliche Einnahmen (Gehalt, Bonuszahlungen, …) = 2.000 EUR;

Monatliche Ausgaben (Miete, Lebensmittel, …) = 1.500 EUR;

Cashflow = Einnahmen - Ausgaben;

Cashflow = 2.000 EUR - 1.500 EUR;

Cashflow = 500 EUR;

-> Positiver Cashflow von 500 EUR/Monat.


Bleiben die oben genannten Einnahmen und Ausgaben in jedem Monat konstant, so ergibt sich ein positiver monatlicher Cashflow von »500 EUR«. Dieses Geld bleibt jeden Monat übrig und kann frei verwendet werden. – Und das ist super!

Der Zusatz »positiv« deutet es jedoch schon an: Der Cashflow kann auch »0« oder »negativ« sein. Dies geschieht, wenn die Ausgaben exakt den Einnahmen entsprechen oder diese übersteigen. Bspw. durch außerordentliche Ausgaben wie dem Kauf eines neuen Kühlschranks für »500 EUR« im 3. Monat:

  CF = 2.000 EUR - 1.500 EUR - 500 EUR;

  CF = 0

... und der Reparatur des Autos für »800 EUR« im 8. Monat:

  CF = 2.000 EUR - 1.500 EUR - 800 EUR;

  CF = -300 EUR.

Abb. 2: Einnahmen und Ausgaben für zwölf Monate. (Quelle: Eigene Abbildung.)

Wohingegen ein Cashflow von »0« bzw. »kein Cashflow« noch kein Problem darstellt, kann ein negativer Cashflow problematisch sein. Nämlich immer dann, wenn dieser nicht aufgrund von zuvor angespartem Geld durch einen positiven Cashflow der Vormonate ausgeglichen werden kann.

In diesem Beispiel stellt der negative Cashflow im 8. Monat jedoch kein Problem dar, da durch den positiven Cashflow der Vormonate genügend Geld gespart und zurückgelegt werden konnte. Gäbe es in den Vormonaten keinen positiven Cashflow, dann wären die noch zu zahlenden »300 EUR« definitiv ein Problem.

Quick-Tipp: Vermeidet einen negativen Cashflow und erzeugt stattdessen einen positiven Cashflow. Je größer, desto besser.

Unser Helfer – die Finanzierung.

Nachdem wir wissen was ein Cashflow (CF) ist, geht es jetzt darum dieses Wissen für unsere zukünftigen finanziellen Entscheidungen zu nutzen. Dazu müssen wir genau wissen, wie sich unsere Entscheidungen auf unseren eigenen Cashflow auswirken. Uns helfen die drei Bereiche: »Finanzierung«, »Investition« und »Verbindlichkeit«. – Beginnen wir mit dem Bereich der Finanzierung.

Die Herkunft des Kapitals.

Der Begriff »Finanzierung« beschreibt die Herkunft von Geld/Kapital. Dieser Bereich beschäftigt sich mit der Frage: »Wo kommt das Kapital her?«

Ein Beispiel dafür ist ein Kredit/Darlehen über »5.000 EUR« von euren Eltern, gedacht als Zuschuss für euer Studium. Da es eure Eltern sind, verlangen sie keine Zinsen und möchten das Geld erst nach eurem Abschluss in 3 Jahren zurückbekommen. Seid ihr fertig und habt einen Job, könnt ihr euch Zeit lassen und zahlt nur die Summe pro Jahr zurück, die für euch am besten passt. Betrachten wir nur für dieses zinslose Darlehen euren Cashflow über den gesamten Zeitraum hinweg, so ergibt sich folgendes Diagramm:

Abb. 3: Beispiel einer Finanzierung durch ein zinsloses Darlehen. (Quelle: Eigene Abbildung.)

Wir sehen, dass es zu Beginn eine große Einnahme von »5.000 EUR« (= positiver Cashflow) gibt. Danach folgen 2 Jahre lang weder Einnahmen noch Ausgaben und am Ende zahlt ihr die Summe Jahr für Jahr in beliebiger Höhe zurück (= negativer Cashflow).

Und genau dieses Schema trifft auf jede Art von Finanzierung zu: Zuerst gibt es Einnahmen und das Geld fließt zu euch. Danach gibt es Ausgaben und das Geld fließt von euch weg.

Jetzt seid Ihr dran!

Abb. 4: Auflistung aller monatlicher Einnahmen. (Quelle: Eigene Abbildung.)

Schnappt euch ein Blatt Papier oder eine leere Excel-Datei und listet eure monatlichen Einnahmen auf. Egal wie groß oder klein eure Posten sind. Ob es sich dabei um euer Nettogehalt, Provisionen, Mieteinnahmen oder sonstiges handelt. Listet alles auf, was euch monatlich einen positiven Cashflow beschert. Wir wollen eure positiven Cashflow-Quellen sichtbar machen! Nebendran eine beispielhafte Liste.

Quick-Tipp: Schaut über den Tellerrand und seid aufgeschlossen gegenüber neuen Cashflow-Quellen.

Unser Freund – die Investition.

Der zweite Bereich, um zukünftig bessere finanzielle Entscheidungen treffen zu können, ist der Bereich der »Investition«. Da wir ein Vermögen aufbauen wollen und dafür unser Geld zwingend sinnvoll anlegen müssen, ist dieser Begriff von entscheidender Bedeutung für uns.

Die Verwendung des Kapitals.

Der Begriff der »Investition« beschreibt die Kapitalverwendung. Dieser Bereich beschäftigt sich mit den Fragen: »Wo fließt das Geld hin?« und »Wie wird es genutzt?« Bleiben wir bei dem Beispiel des Studienkredits vom vorherigen Abschnitt und wechseln in die Perspektive eurer Eltern. Denn das Cashflow Diagramm eurer Eltern sieht genau umgekehrt aus:

Abb. 5: Beispiel einer Investition ohne Gewinn/Rendite. (Quelle: Eigene Abbildung.)

Hier gibt es zuerst eine Ausgabe von »5.000 EUR« und erst später folgen die Einnahmen. Da eure Eltern das Geld nicht an euch verschenken, sondern es schrittweise über mehrere Jahre hinweg von euch zurückerhalten, handelt es sich aus Sicht der Eltern um eine Investition. Und genau dieses Schema trifft auf jede Art von Investition zu: Zuerst gibt es Ausgaben und das Geld fließt von euch weg. Danach gibt es Einnahmen und das Geld fließt zu euch.

Anm.: In der Realität wird mit einer Investition meist angestrebt, dass die zukünftig zu erwartenden Einnahmen den zu Beginn eingesetzten Geldbetrag übersteigen. Da eure Eltern in diesem Fall jedoch keine Zinsen verlangen, machen sie keinen Gewinn. Sie bekommen lediglich ihr eingesetztes Kapital 1:1 zurück.

Jetzt seid Ihr wieder dran!

Abb. 6: Auflistung aller Vermögenswerte. (Quelle: Eigene Abbildung.)

Schnappt euch das Blatt Papier bzw. die Excel-Datei von eben und erstellt eine neue Tabelle. Listet all eure bisherigen Investitionen auf. Egal wie groß oder klein eure Posten sind. Ob es sich dabei um Mitarbeiteraktien, Investmentfonds, Immobilien oder Sonstiges handelt. Listet alles auf, was im Sinne der o. g. Definition eine Investition darstellt und euch jetzt bzw. zukünftig einen positiven Cashflow beschert bzw. noch bescheren wird. Nutzt zur Bezifferung der einzelnen Vermögenswerte den aktuellen Marktwert. Bei 50 Mitarbeiteraktien mit einem aktuellen Kurswert von je »100 EUR« ergibt das bspw. »50 * 100 EUR = 5.000 EUR«. Listet dabei alles auf, was einen Vermögenswert darstellt. Denn wir müssen euer Vermögen erst sichtbar machen um es aufzubauen! Nebendran ein Beispiel.

Anm.: Es geht aktuell nicht um eine exakte Wertermittlung. Auf komplexe Berechnungen könnt ihr verzichten. Diese würden euch nur lähmen und zum prokrastinieren verleiten.

Quick-Tipp: Die Differenz aus eurem eingesetztem Kapital und all eurer späteren Einnahmen, sollte einen Gewinn/eine Rendite ergeben.

Unser Feind – die Verbindlichkeit.

Der dritte und letzte Bereich ist der Bereich der »Verbindlichkeit«. Wenn wir diesen Bereich voll verstanden haben, dann können wir uns einige sinnlose Ausgaben ersparen und schon etwas mehr Freiheit genießen.

Die Verschwendung des Kapitals.

Der Begriff der »Verbindlichkeit« ist für die Vermehrung unseres Geldes enorm wichtig, weil uns jede Verbindlichkeit etwas Geld aus der Tasche zieht. Jede Verbindlichkeit entfernt uns weiter von unserem Ziel, ein Vermögen aufzubauen.

Ein Beispiel für eine Verbindlichkeit ist der Kauf und Besitz eines eigenen Autos. Gehen wir davon aus, dass ihr euer altes Auto verkauft, danach Ersparnisse von »5.000 EUR« besitzt und diese als Anzahlung für das neue Auto verwendet. Da das neue Auto jedoch »20.000 EUR« kostet, fehlen euch »15.000 EUR«. »Doch kein Problem!« Ein Kredit/Darlehen für diese »15.000 EUR« mit 5 Jahren Laufzeit ist einfach und schnell beantragt. Im Kreditvertrag ist dann festgelegt, dass ihr die »15.000 EUR« über 4 Jahre mit »2.000 EUR« pro Jahr zurückzahlt. Im 5. und letzten Jahr ist die Rate für gewöhnlich höher. So auch in diesem Fall. Diese höhere Rate nennt sich »Schlussrate« und beträgt hier »7.000 EUR. Euer Auto ermöglicht euch zwar Mobilität, generiert jedoch keine Einnahmen. Ergo sind die zu zahlenden Raten (= Ausgaben) immer größer als die dadurch zu erzielenden Einnahmen. Es kann daher gar kein positiver Cashflow entstehen. Es gibt nur folgenden, negativen Cashflow:

Abb. 7: Beispiellhafte Auflistung von Ausgaben beim Kauf eines eigenen Autos auf Kredit. (Quelle: Eigene Abbildung.)

Doch neben normalerweise anfallenden Zinsen, auf welche ich hier bewusst verzichte, gibt es noch weitere Ausgaben. Ausgaben in Form der laufenden Kosten für die KFZ-Versicherung, die Steuern, regelmäßige Inspektionen, Benzin und mehr. Dabei kann durchaus eine Summe von »2.200 EUR« pro Jahr entstehen. Und erst dadurch wird das volle Ausmaß eures neuen Autos als Verbindlichkeit deutlich:

Abb. 8: Beispielhafte Auflistung aller Ausgaben bei Kauf und Nutzung eines eigenen Autos. (Quelle: Eigene Abbildung.)

Ja, das o. g. Beispiel ist nur ein Beispiel. Doch steht es stellvertretend für das mögliche Ausmaß einer Verbindlichkeit. Es gibt, gemessen am negativen Cashflow, sowohl größere als auch kleinere Verbindlichkeiten. Doch das Schema einer Verbindlichkeit ist immer dasselbe: Es werden KEINE Einnahmen generiert und es fließt niemals Geld zu euch. Es werden NUR Ausgaben generiert und das Geld fließt immer von euch weg.

Jetzt seid Ihr nochmal dran!

Abb. 9: Auflistung aller monatlicher Ausgaben. (Quelle: Eigene Abbildung.)

Schnappt euch erneut das Blatt Papier bzw. die Excel-Datei von vorhin und erstellt eine neue Tabelle. Listet nun eure aktuellen Verbindlichkeiten auf. Versucht wirklich alle aufzulisten, egal wie groß oder klein diese Posten sind. Angefangen bei eurer Wohnungsmiete über euren Mobilfunkvertrag, eure Stromkosten, eure KFZ-Versicherung bis hin zum Kauf von Lebensmitteln. Listet alles auf, was im Sinne der o. g. Definition eine Verbindlichkeit darstellt und euch nur einen negativen Cashflow beschert. Da sich dabei sehr viele einzelne Posten ergeben werden, könnt ihr diese für eine bessere Übersicht clustern. Anbei ein Beispiel.

Anm.: Solltet ihr bei einigen Posten wie Lebensmitteln oder Shopping keinen monatlich gleichbleibenden Wert ermitteln können, so nehmt einen realistischen Durchschnittswert. Eure Schätzungen könnt ihr später noch anpassen. Es geht vorerst darum, ein Gefühl für eure monatlichen Ausgaben zu entwickeln und diese übersichtlich aufzulisten.

Quick-Tipp: Reduziert die Anzahl und die Höhe eurer Verbindlichkeiten. Vermeidet es, neue unnötige Verbindlichkeiten einzugehen.

Die Zusammenfassung.

Der »Cashflow (CF)« beschreibt den Geldfluss und wird durch eine Saldierung von Einnahmen und Ausgaben berechnet.

Der Cashflow kann ...

  • ... positiv sein, d. h. ihr erhaltet Geld (= Einnahme).

  • ... negativ sein, d. h. ihr zahlt Geld (= Ausgabe).

  • ... neutral/0 sein, d. h. Einnahmen - Ausgaben = 0 (= kein Cashflow).

Eine »Finanzierung« beginnt immer mit einem positiven CF und endet mit einem negativen.

Eine »Investition« beginnt immer mit einem negativen CF und endet mit einem positiven.

Eine »Verbindlichkeit« generiert keinen positiven CF, sondern immer nur einen negativen.

Ihr habt noch nicht genug vom Cashflow?!

Dann empfehle ich euch das Bestseller-Buch »Rich Dad Poor Dad«* von Robert T. Kiyosaki, weil es meinen Blick auf die Welt des Geldes entscheidend verändert hat!

Kiyosaki beschreibt darin seinen Werdegang vom finanziell ungebildeten und armen Kind hin zum finanziell gebildeten und reichen Mann. Sein Werdegang wurde dabei vor allem durch seinen leiblichen Vater und dem Vater eines Freundes geprägt. Beide waren gebildete Väter, doch waren sie zugleich so verschieden in ihrer Denk- und Handlungsweise, dass einer von ihnen zu Reichtum gelangen und der andere in Armut enden sollte. Die daraus folgenden Erkenntnisse beschreibt Kiyosaki leicht verständlich in seinem Bestseller-Buch*.


13 Ansichten

Perfekt für Neulinge.

Das Buch »Rich Dad, Poor Dad«* von Robert T. Kiyosaki wird euren Blick auf das Geld verändern, weil es Kiyosakis Werdegang vom finanziell ungebildeten, armen Kind hin zum finanziell gebildeten, reichen Mann beschreibt. Dieser Werdegang wurde dabei vor allem durch seinen leiblichen Vater und dem Vater eines Freundes geprägt. Beide Väter waren gebildet, doch unterschieden sich so deutlich in ihrer Denk- und Handlungsweise, dass einer von ihnen zu Reichtum gelangen und der andere in Armut enden sollte. Seine daraus gezogenen Lehren beschreibt er leicht verständlich in diesem Bestseller.

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