• Tino Mangner

A oder B? – Die Rendite auf den Punkt gebracht.

Aktualisiert: 10. März 2019

Wenn ihr aus Eurem Geld mehr Geld machen wollt … und daraus dann noch mehr … und noch mehr … und noch mehr, so kommt ihr an dem Begriff der Rendite nicht vorbei. Doch was bedeutet Rendite? Und was ist zu beachten?

Dies und mehr erfahrt Ihr jetzt in diesem Artikel!

Was ist Rendite?

Die Rendite ist das Verhältnis zwischen dem Gewinn (oder Verlust) und dem eingesetzten Geld/Kapital. Häufig wird die Rendite in Prozent pro Jahr (p. a./per annum) angegeben.

Leiht ihr bspw. einem Freund »1.000 EUR« und er verspricht euch in einem Jahr »1.100 EUR« zurückzuzahlen, dann läge euer Gewinn bei »1.100 EUR – 1.000 EUR = 100 EUR« und eure Rendite bei »0,1« bzw. »10 % p. a.« – Und das klingt super!

Es gibt ein Risiko.

Doch kommt diese Rendite nicht allein. Die Rendite ist fest mit dem Risiko verbunden. Das Risiko bezeichnet den Erhalt des eingesetzten Kapitals. Je höher das Risiko, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, das eingesetzte Kapital zu erhalten.

Bei dem o. g. Beispiel bekommt ihr die Rendite von »10 %« nämlich nur, wenn euer Freund die vereinbarten »1.100 EUR« auch wirklich nach einem Jahr zurückzahlt. Zahlt er nur »1.000 EUR« zurück, dann habt ihr »0 %« Rendite gemacht und lediglich euer eingesetztes Kapital erhalten. Zahlt er euch sogar nur »900 EUR« zurück, dann habt ihr einen Verlust von »100 EUR« gemacht – was nach der o. g. Formel einer negativen Rendite von »~11 %« entspricht. Zahlt er hingegen gar nichts zurück, dann habt Ihr nicht nur keine Rendite gemacht, sondern auch das zuvor eingesetzte Kapital von »1.000 EUR« komplett verloren.

Der Gesamtverlust eures Kapitals ist hierbei das maximale Risiko, dass ihr eingeht, wenn ihr eurem Freund die »1.000 EUR« für ein Jahr leiht.

Glück im Unglück.

Glücklicherweise ist die Wahrscheinlichkeit, dass euer Freund den Betrag wie vereinbart zurückzahlen wird, bereits vorher (teilweise) absehbar. Abhängig seiner finanziellen Ausgangssituation, seiner Mentalität und seines Charakters, ist die Wahrscheinlichkeit der Rückzahlung höher oder niedriger. Kennt ihr diese Wahrscheinlichkeit, dann kennt ihr euer tatsächliches Risiko. Ist sich euer Freund seines eigenen Risikos jedoch auch bewusst, dann wird er euch bei einem höheren Risiko mehr Rendite, z. B. »20 %«, und bei einem niedrigeren Risiko weniger Rendite, z. B. »5 %«, versprechen. Mit der höheren Rendite setzt er euch einen Anreiz, um ihm trotz des hohen Risikos die »1.000 EUR« zu leihen. Bei der niedrigeren Rendite braucht er keinen hohen Anreiz zu setzen, weil ihr sehr sicher sein könnt, dass ihr die »1.000 EUR« zzgl. Rendite wirklich bekommen werdet.

Genauso verhält es sich auch bei der Kreditvergabe durch die Bank, welche den zu zahlenden Zinssatz – und damit deren eigene Rendite – u. a. vom Zahlungs-Ausfall-Risiko des Kreditnehmers abhängig macht.

Genauso verhält es sich auch bei den Gewinnausschüttungen von börsennotierten Unternehmen: Je größer deren Geschäftsrisiken, desto größer die in Aussicht gestellte Rendite in Form eines Kursanstiegs und/oder einer Dividende für die Aktieninhaber.

Und genauso verhält es sich in der gesamten Wirtschaft, vom einfachen Glücksspiel am Roulette-Tisch hin zu komplexen Finanzprodukten.

Die Rendite kommt also nicht nur mit einem Risiko, sondern auch von einem Risiko. Gäbe es kein Risiko, gäbe es auch keine Rendite! – Versprechen von risikoloser Rendite sind daher stets skeptisch zu betrachten.

Was bedeutet das nun für uns?

Ganz einfach: Je mehr Rendite wir möchten, desto mehr Risiken muss wir bereit sein einzugehen. Es bedeutet aber nicht zwangsläufig: je höher das Risiko, desto höher die Rendite! Denn es gibt im Markt durchaus ineffiziente Produkte. Also Produkte, die eine niedrigere Rendite versprechen als andere Produkte mit vergleichbarem Risiko. Entsprechend des dargestellten Zusammenhangs zwischen Risiko und Rendite sollte dies nicht passieren, doch ist der Gesamt-Markt nicht immer transparent und effizient. Aufgrund dessen ergibt sich im Markt folgende Rendite-Risiko-Kurve, bei welcher wir uns besser nur auf der oberen Hälfte zwischen »A« und »B« bewegen. Denn nur dort ist das Rendite-Risiko-Verhältnis für uns optimal.

Abb. 1: Die Rendite-Risiko-Kurve. (Quelle: Eigene Abbildung nach dem Skript Finanzierung & Investition der FOM Köln (2017) von Prof. Dr. Dirk Braun, S. 416.)

Wo wir uns auf der oberen Hälfte genau platzieren, hängt von unserem Wunsch nach Rendite und unserem Risikoprofil ab. Da wir vermutlich alle die größtmögliche Rendite wünschen, ist der verbleibende und einzig limitierende Faktor das Risiko, dass wir dafür eingehen können und zudem bereit sind einzugehen. Denn möchte ich für mein eingesetztes Kapital viel Rendite erhalten, so muss ich ein hohes Risiko eingehen und in Produkte nahe »Punkt B« investieren. Kann oder will ich das nicht, so muss ich mich mit einer niedrigeren Rendite zufriedengeben und in Produkte nahe »Punkt A« investieren.

Zusammenfassung und Fazit.

Die Rendite bezeichnet das Verhältnis zwischen dem Gewinn und dem dafür eingesetzten Kapital. Da jede Rendite nur aufgrund eines zugehörigen Risikos besteht, müssen für höhere Renditen auch höhere Risiken eingegangen werden. Die Höhe der für uns möglichen Rendite wird daher durch unser eigenes Risikoprofil begrenzt. Um für unser Risikoprofil die bestmögliche Rendite zu sichern, sollten wir immer das Rendite-Risiko-Verhältnis verschiedener Produkte miteinander vergleichen. Denn ein hohes Risiko allein, ist kein Garant für eine hohe Rendite.

Mehr zum Thema Risiko sowie zur Ermittlung des eigenen Risikoprofils im nächsten Artikel. – See you there :)


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