Mit Struktur zum eigenen Vermögen. - Das 4-Kontensystem, Teil 1.

von Tino Mangner

Lesedauer: 5 Minuten


Struktur für 4-Kontensystem

Endlich! Wir haben unseren Haushaltsplan aufgestellt, unsere Verbindlichkeiten optimiert und wissen damit ganz genau, was im Normalfall jeden Monat übrigbleibt. Doch gebt dieses Geld nicht direkt wieder aus! Denn wir wollen in Zukunft besser dastehen als heute. Wir wollen vermögend werden. …oder nicht?!


Der Aufbau.

Dabei hilft uns eine vereinfachte und genau für den Vermögensaufbau ausgerichtete Bankkontenstruktur. Diese besteht im vereinfachten Fall aus 4 Einzelkonten, wobei diese Konten nicht zwangsläufig auch bei 4 verschiedenen Banken sein müssen. Viele Banken bieten die Möglichkeit weitere (Unter-)Konten einzurichten. Macht ruhig von dieser Möglichkeit Gebrauch, doch vermeidet Kontoführungsgebühren und Negativzinsen! Denkt immer daran: vermeidet Verbindlichkeiten, wann immer es geht.

 

Anm.: Negativzinsen sind jene Zinsen, die auf Euer aktuelles Kontoguthaben anfallen. Im Gegensatz zu einem positiv verzinsten Tagesgeldkonto, bekommt Ihr diese Zinsen nicht gutgeschrieben, sondern abgezogen. Damit verringert sich Euer Kontoguthaben kontinuierlich, auch ohne dass Ihr etwas ausgebt.

 

Zur Umsetzung des 4-Kontensystem benötigen wir folgende Konten:

  • Einnahmen-Fixkonto
  • Konsumkonto
  • Sicherheitskonto
  • Investitionskonto

Am Anfang steht das Einnahmen-Fixkonto.

Auf diesem Konto werden all Eure Einnahmen gebucht. Dafür ist es bspw. auch notwendig, dass Ihr dieses Konto bei Eurem Arbeitgeber als Auszahlungskonto für Euer Gehalt angebt.

Es ist jedoch nicht nur das Tor in Euer gesamtes Kontensystem, sondern zugleich auch ein Tor hinaus für all Eure Fixkosten. D. h., dass Ihr all Eure Fixkosten wie Strom, Gas/Heizung, KFZ-Versicherung, Netflix-Abo, … dort abbuchen lasst bzw. von dort aus überweist. Für das Einnahmen-Fixkonto bietet sich daher ein Girokonto an.

Einnahmen-Fixkonto im 4-Kontensystem

Abb. 1: Einnahmen-Fixkonto.
Quelle: Eigene Abbildung.


Es folgt das Konsumkonto.

Von hier aus werden alle variablen Kosten, d. h., all Eure monatlich schwankenden Ausgaben, wie Einkäufe von Lebensmitteln, Shopping, Freizeitaktivitäten, Restaurantbesuche, … abgebucht. Damit Ihr alles direkt über dieses Konto bezahlen und auch Bargeld abheben könnt, benötigt Ihr für das Konsumkonto eine separate EC-/Kreditkarte. Auch hierfür bietet sich ein Girokonto an.

Konsumkonto im 4-Kontensystem

Abb. 2: Konsumkonto.
Quelle: Eigene Abbildung.


Es folgt das Sicherheitskonto.

Das Sicherheitskonto dient im 4-Kontensystem nicht dem Vermögensaufbau, sondern der reinen Absicherung. Es verschafft Euch die notwendige finanzielle Sicherheit. Auf diesem Konto spart Ihr Euer Geld und könnt im Notfall schnell darauf zurückgreifen. Daher bietet sich hierfür ein Tagesgeldkonto an.

Sicherheitskonto im 4-Kontensystem

Abb. 3: Sicherheitskonto.
Quelle: Eigene Abbildung.


Als letztes folgt das Investitionskonto.

Dieses Konto hilft uns endlich beim Aufbau unseres eigenen Vermögens. Solange das Investitionskonto möglichst gebührenfrei ist und Euch einen flexiblen Zugang zu Eurem Guthaben ermöglicht, ist die konkrete Kontenart irrelevant. In der Regel bietet sich hierfür ein Giro-, Tagesgeld- oder Verrechnungskonto an.

Investitionskonto im 4-Kontensystem

Abb. 4: Investitionskonto.
Quelle: Eigene Abbildung.


Das grundlegende Setup.

Doch wie sieht das ganze nun im Verbund mit all den Geldströmen aus? - Genau so:

Übersicht des 4-Kontensystems

Abb. 5: Übersicht des 4-Kontensystems inkl. Geldströmen.
Quelle: Eigene Abbildung.

Da das 4-Kontensystem regelmäßige Einnahmen benötigt um sich aufzubauen, beginnen wir nachfolgend beim Einnahmen-Fixkonto.


Ihr kennt Eure Fixkosten und wisst genau, welchen Geldbetrag Ihr für die Art der Kosten benötigt. Belasst diesen Betrag auf Eurem Einnahmen-Fixkonto und stellt sicher, dass alle fixen Kosten von dort aus überwiesen und abgebucht werden.

 

Da Ihr zudem Eure durchschnittlichen Konsumausgaben kennt, wisst Ihr auch, welchen Geldbetrag Ihr dafür auf Eurem Konsumkonto benötigt. Überweist diesen Betrag + 10% Puffer sofort nach Erhalt Eurer Einnahmen auf das Konsumkonto. Vorzugsweise richtet Ihr dafür direkt einen monatlichen Dauerauftrag ein.

 

Alles was jetzt noch an Guthaben übrig ist, ist Euer monatlicher Free Cashflow. Teilt diesen im Verhältnis 50:50 auf das Sicherheits- und das Investitionskonto auf und überweist diese zwei Geldbeträge sofort nach Erhalt Eurer Einnahmen auf die beiden Konten. Auch hierfür richtet Ihr vorzugsweise jeweils einen monatlichen Dauerauftrag ein.

Glühlampe 4-Kontensystem

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Mit diesem, und durch die Daueraufträge zusätzlich automatisierten, 4-Kontensystem spart Ihr jeden Monat einen Teil Eures Geldes für den Notfall, spart gleichzeitig einen Teil für zukünftige Investitionen und lebt obendrein noch weiter wie bisher - ohne Euren Lebensstandard zu reduzieren!


Jetzt seid Ihr dran!

Eröffnet die noch fehlenden Bankkonten und freut Euch auf den 2. Teil des 4-Kontensystems. Im 2. Teil werde ich auf zusätzliche Details und Personalisierungsmöglichkeiten eingehen.

Nur für Euch.

Erneut kann ich Euch ein sehr bekanntes Buch empfehlen. Es ist perfekt geeignet für alle, die noch am Anfang ihrer finanziellen Reise stehen, aber grundsätzlich mehr über die zum Vermögen führende Denkweise lernen möchten. Wenn Ihr Eure eigene finanzielle Zukunft gestalten möchtet, dann schnappt Euch das Buch „Der reichste Mann von Bayblon“* von Goerge Samuel Clason. Ein weiteres tolles Buch um sich das in der Schule nicht gelehrte Wissen anzueignen und den eigenen finanziellen Horizont zu erweitern. – Kurz und interessant, sag ich mal :)